Kind schon da, Hochzeit später: welchen Namen bekommt es?
Wann der neue Ehename auf ein bereits geborenes Kind übergeht, ab welchem Alter das Kind zustimmen muss und welche Dokumente danach anstehen.
Direkte Antwort
Bestimmt ihr einen Ehenamen, während euer Kind das fünfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erstreckt er sich auf dessen Geburtsnamen. Ist das Kind älter, gilt der neue Name nur, wenn es sich der Namensgebung anschließt. Ab 14 muss das Kind diese Erklärung selbst abgeben, mit Zustimmung des gesetzlichen Vertreters, und sie muss öffentlich beglaubigt werden.
Wichtigste Punkte
- Die Altersgrenze aus § 1617c BGB ist das vollendete fünfte Lebensjahr.
- Der Anschluss ist eine eigene Erklärung gegenüber dem Standesamt, keine Nebenwirkung der Trauung.
- Nach der Änderung braucht das Kind neue Urkunden und aktualisierte Daten bei Kasse, Kita und Schule.
Alles hängt an einer Altersgrenze
§ 1617c BGB regelt den Fall, dass Eltern einen Ehenamen bestimmen, wenn das Kind schon einen Geburtsnamen führt. Hat das Kind das fünfte Lebensjahr noch nicht vollendet, erstreckt sich der Ehename auf seinen Geburtsnamen. Ist es älter, gilt der neue Name nur, wenn es sich der Namensgebung anschließt.
Ein Kind, das in der Geschäftsfähigkeit beschränkt ist und das 14. Lebensjahr vollendet hat, kann diese Erklärung nur selbst abgeben, braucht dafür aber die Zustimmung seines gesetzlichen Vertreters. Die Erklärung geht in jedem Fall an das Standesamt und muss öffentlich beglaubigt werden.
Wenn die gemeinsame Sorge erst später entsteht
Wird die gemeinsame elterliche Sorge erst begründet, wenn das Kind bereits einen Geburtsnamen führt, kann dieser nach § 1617b BGB neu bestimmt werden. Auch hier gilt: Ab dem vollendeten fünften Lebensjahr ist die Bestimmung nur wirksam, wenn das Kind sich anschließt.
Das ist ein häufiger Fall bei Paaren, die vor der Hochzeit ohne Sorgeerklärung zusammengelebt haben. Sprecht beide Themen beim selben Standesamtstermin an, dann müsst ihr nicht zweimal erscheinen.
Eigener Ehename des Kindes
Ist das Kind selbst verheiratet, erstreckt sich eine Änderung des Geburtsnamens nur dann auf seinen Ehenamen, wenn sich auch dessen Ehegatte anschließt.
Die Entscheidung ist keine Formsache
Bei älteren Kindern lohnt es sich, die Frage offen zu besprechen. Ein Namenswechsel betrifft Schulunterlagen, Sportvereine, Freundeskreis, E-Mail-Adressen und manchmal auch das Verhältnis zum anderen Elternteil. Der Gesetzgeber verlangt den Anschluss des Kindes genau deshalb.
Es gibt keinen Zwang, sich schnell zu entscheiden. Die Erklärung kann auch später abgegeben werden, wenn das Kind sie tatsächlich will. Ein unterschiedlicher Nachname innerhalb der Familie ist rechtlich unproblematisch.
Was nach der Erklärung ansteht
Nach der Änderung braucht das Kind neue Dokumente. Dazu gehören eine aktualisierte Geburtsurkunde, Kinderreisepass oder Personalausweis und je nach Alter eigene Ausweisdokumente für Reisen.
Danach folgen die Stellen des Alltags: Krankenkasse und Gesundheitskarte, Kita oder Schule, Kinderarztpraxis, Vereine, Musikschule, Portale mit Anmeldedaten und, falls vorhanden, das Kinderkonto oder Sparbuch.
- Neue Geburtsurkunde beim Standesamt
- Reisedokumente des Kindes anpassen
- Krankenkasse und Gesundheitskarte informieren
- Kita, Schule, Praxen und Vereine aktualisieren
Häufige Fragen zu diesem Thema.
Kurz beantwortet, ohne dass du dafür zurück in den Text musst.